Wir über uns
Drei Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges sind viele Hamburger Schülerinnen und Schüler unterernährt und leiden an Mangelerscheinungen. Trotz allgemeiner wirtschaftlicher Not gründen Lehrer und Eltern im Jahre 1921 den „Verein Erholungsheim der Realschule an der Bogenstraße“ und erwerben unter erheblichen finanziellen Anstrengungen für 250.000 Reichsmark das im Krieg halb verfallene „Strandhotel Hamelau“ mit Nebenhaus in Wenningstedt auf Sylt. Jedoch droht die allgemeine Geldentwertung das Unternehmen gleich wieder platzen zu lassen. Nur notdürftig wird das Haus als Schullandheim hergerichtet und noch im Herbst fahren die ersten beiden Klassen ins Heim.
Geht es in den Anfangsjahren des Heims um die Gesundheitsfürsorge, tritt dieser Aspekt zunehmend zurück zu Gunsten der Schullandheimbewegung, das Lernen außerhalb des Klassenzimmers. Es werden naturkundliche Sammlungen angelegt, die bis heute im Haupthaus des Nordseeheims anzuschauen sind.
So geht es bis Ende August 1939. Die sich gerade im Heim aufhaltenden Klassen werden am 26. August Hals über Kopf nach Hamburg zurückgeholt. Das Heim wird bis 1945 für militärische Zwecke genutzt.
Im Juli 1946 fahren die ersten Kinder wieder nach Wenningstedt. Das Heim ist in keinem guten Zustand, die Kinder sind unterernährt. Mit viel Engagement und mit Hilfe der Zusatzverpflegung aus der us-amerikanischen Hoover-Speisung wird der Aufenthalt für die Kinder zur Erholung. In den folgenden Jahren normalisiert sich die Lage. Bismarckschüler und auch die Nachbarinnen vom Helene-Lange-Gymnasium fahren in der Unter- und Mittelstufe regelmäßig nach Sylt.
Seit der Auflösung des Bismarckgymnasiums sind die Gymnasien Helene-Lange und Kaiser-Friedrich-Ufer die Trägerschulen des Schullandheims „Nordseeheim Wenningstedt“, der gleichnamige Verein leitet dessen Geschicke. Kinder und Jugendliche aus der gesamten Bundesrepublik übernachten von Ende März bis Mitte November eines jeden Jahres in den 174 Betten und nutzen diese gemeinnützige Spiel-, Sport-, Erholungs- und Bildungsstätte, die nach wie vor ohne staatliche Zuschüsse viel Zuspruch bei ihren kleinen und großen Gästen findet.


